Besetzte Straßen voller dickbäuchiger
Touristen, Pseudokünstler-Ateliers mit Toskana-Landschaftsbildern an
jeder Ecke? Soweit meine Erwartungen. Aber nein, Überraschung!
Lucca scheint ein Ort des Diminutivs!
Das verträumte, altehrwürdige Städtchen in der Toskana lädt zu
einem Spaziergang in seinen unzähligen schattigen Gässchen ein.
Beim Schlendern entlang der alten, teilweise maroden Häuser (und
deren liebevoll bepflanzten Balkönchen) macht sich das Gefühl
breit, die Zeit sei stehen geblieben. Von seinen mittelalterlichen
Türmchen blickt man hinab auf ein rotes Ziegeldächermeer umgeben
von grünen Hügeln und weißen Wattewölkchen auf bilderbuchblauem
Himmel.
Natürlich gibt es viele Cafés, aber
nicht zu viele. Es duftet nach Espresso und Sonne. Hier vergisst man
endlich Starbucks und Mc Café. Luccas alter Stadtkern ist keine
touristenfreie Zone, aber im Sommer nicht überfüllt, was einen
Bummel über einen Bücherflohmarkt, vorbei an Straßenkünstlern
oder entlang der Stadtmauer zu einer puren Freude macht.
Die Atmosphäre Luccas zu entdecken,
macht Spaß und das nicht zu wenig. Den Besucher erwartet ein kleines
italienisches Städtchen mit schnuckeligen Lädchen (darunter
wundervolle Ateliers), sonnigen Plätzen, kühlen Kirchen, glänzenden
Vespas und schnurrenden Kätzchen. Ein Softeis macht die Idylle
perfekt. Es empfiehlt sich einmal, die Augen zu schließen, das rege
Treiben ganz in sich aufzunehmen und dabei tief einzuatmen. Von
irgendwo her hört man dann mit Sicherheit auch die vollen Klänge
einer Arie aus Toska oder La Bohème (Giacomo Puccini gehört zu den
Söhnen der Stadt). Lucca ist herrlich. Gemütlich. Schick. Und hat
bei Weitem mehr zu bieten als Pisa mit seinem kläglichen Turm.



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