Samstag, 2. November 2013

Lucca, Italien

Besetzte Straßen voller dickbäuchiger Touristen, Pseudokünstler-Ateliers mit Toskana-Landschaftsbildern an jeder Ecke? Soweit meine Erwartungen. Aber nein, Überraschung!

Lucca scheint ein Ort des Diminutivs! Das verträumte, altehrwürdige Städtchen in der Toskana lädt zu einem Spaziergang in seinen unzähligen schattigen Gässchen ein. Beim Schlendern entlang der alten, teilweise maroden Häuser (und deren liebevoll bepflanzten Balkönchen) macht sich das Gefühl breit, die Zeit sei stehen geblieben. Von seinen mittelalterlichen Türmchen blickt man hinab auf ein rotes Ziegeldächermeer umgeben von grünen Hügeln und weißen Wattewölkchen auf bilderbuchblauem Himmel.

Natürlich gibt es viele Cafés, aber nicht zu viele. Es duftet nach Espresso und Sonne. Hier vergisst man endlich Starbucks und Mc Café. Luccas alter Stadtkern ist keine touristenfreie Zone, aber im Sommer nicht überfüllt, was einen Bummel über einen Bücherflohmarkt, vorbei an Straßenkünstlern oder entlang der Stadtmauer zu einer puren Freude macht.

Die Atmosphäre Luccas zu entdecken, macht Spaß und das nicht zu wenig. Den Besucher erwartet ein kleines italienisches Städtchen mit schnuckeligen Lädchen (darunter wundervolle Ateliers), sonnigen Plätzen, kühlen Kirchen, glänzenden Vespas und schnurrenden Kätzchen. Ein Softeis macht die Idylle perfekt. Es empfiehlt sich einmal, die Augen zu schließen, das rege Treiben ganz in sich aufzunehmen und dabei tief einzuatmen. Von irgendwo her hört man dann mit Sicherheit auch die vollen Klänge einer Arie aus Toska oder La Bohème (Giacomo Puccini gehört zu den Söhnen der Stadt). Lucca ist herrlich. Gemütlich. Schick. Und hat bei Weitem mehr zu bieten als Pisa mit seinem kläglichen Turm.
Luccas rotes Dächermeer
Lucca
Lucca

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