Wien bedeutet: Prater, Hundertwasser, Sachertorte, Heldenplatz, Freud, Falco, Jugendstil, Wiener Kreis, Stephansdom, Mozart, Pferdewissenschaften etc. pp. Das wiederum heißt: Wien ist speziell, individuell, vielseitig, altmodisch und zugleich jugendlich. Die Stadt bietet eine beachtliche Menge an interessanten Dingen, ohne dabei mit der Qualität zu geizen. Was ich sagen will: Die reizende österreichische Hauptstadt lässt sich einfach nicht auf den Punkt bringen. Das Zitat „Man sieht nur, was man weiß“ (Goethe) findet hier seine Vollendung. Tritt man mit einem breiten Wissenshorizont an Wien heran, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, so viel gibt es zu entdecken. Und was man nicht weiß, wird übersehen oder drängt sich dem Auge eben auf. Die Hundertwasser-Häuser zum Beispiel sind in ihrer Extravaganz natürlich kaum zu übersehen. Selbst die Müllverbrennungsanlage Spittelau ist farbenprächtig und formschön gestaltet. Welche Stadt hat so etwas schon?
Die belebte Innenstadt mit ihren bekannten Prachtbauten und typischen Sehenswürdigkeiten wie dem Wahrzeichen der Stadt, dem Stephansdom, oder dem pompösen Landtag ist schnell auf der To-Do-Liste abgehakt und stellt einen guten Ausgangspunkt für weitere Entdeckungstouren durch Wien dar.
Der Besucher hat nun zwei Möglichkeiten, sein Wien zu erkunden: Zum einen lässt er sich einfach treiben, geht umher und genießt, was sich
- dem Auge (z.B. die schon erwähnten, sagenhaften Hundertwasser-Häuser),
- der Nase (der liebliche Duft von Wiener Melange),
- der Zunge (ein fettiges Stück Sachertorte mit einem Klecks Schlagobers) oder
- dem Ohr (ein Strauss'scher Walzer) bietet.
Eine Fahrt mit dem Riesenrad im bekannten Vergnügungspark des Erholungsgebiets Prater rundet die klassische Wien-Tour ab. Zu horrenden Preisen allerdings. Das etwas verstecktere Riesenrad (ohne die verschlossenen Gondeln) ist preiswerter und genauso schön! Wer es rasanter mag und Höhe (über 100 m) nicht scheut, findet seinen Spaß im höchsten Kettenkarussell der Welt!
Das ist Wien, so wie es sich selbst gern verkauft. Die andere Möglichkeit ist nun folgende: Der Besucher spezialisiert sich auf ein oder mehrere Themen. Für Kunstliebhaber beispielsweise ist Wien ein in Erfüllung gehender Traum. Es gibt zahlreiche Museen und versteckte Galerien mit beeindruckender zeitgenössischer Kunst. Wer Klimt noch nicht kannte, wird ihn in Wien definitiv kennenlernen. Lohnenswert scheint auf jeden Fall ein Besuch seines Ateliers in der Feldmühlgasse 11.
Wer sich für den Psychoanalytiker Sigmund Freud interessiert, bekommt in Wien die Möglichkeit im Freud-Museum einmal zu sehen, wie der Herr gehaust und gearbeitet hat. Dort kann man auch einen Blick auf sein legendäres Therapiesofa werfen. Leider ist nur niemand da, der einem zeigt, wie man die Balance zwischen ÜBER-ICH und ES wahrt.
Für Geschichtsinteressierte ist der Heldenplatz als Teil der Hofburg ein Muss. Der historische Ort ist stets gut besucht, da er aufgrund seiner pompösen Komplexität auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Dort verkündete Adolf Hitler 1938 vor tausenden Menschen, dass sich Österreich an Deutschland anschließen werde. Wahrscheinlich wussten die Leute damals genauso wenig wie heute, welches Unheil sie noch erwarten würde.
Neben Klimt, Hundertwasser, Freud oder dem Sänger Falco hat Wien noch weit mehr bedeutende Persönlichkeiten auf den Gebieten Musik, Kunst, Architektur und Literatur hervorgebracht. Und einige davon sind auch in Wien beigesetzt. (Für die endlose Liste berühmter Damen und Herren, die in Wien gelebt und gearbeitet haben, bitte hier klicken.) Wer auf Pilgern von Ehrengräbern steht oder einfach die anmutende Stille eines Friedhofs genießen möchte, dem sei zu einem Spaziergang über den Wiener Zentralfriedhof geraten. Dort können Grabstätten von Beethoven, Brahms, Falco (das Pilgergrab!), dem Dichter Ernst Jandl oder dem Bildhauers Fritz Wotruba besichtigt werden.
Denjenigen, die sich lieber unter den Lebenden aufhalten und über ein Studium in Österreich nachdenken, soll gesagt sein, dass die Stadt den Studiengang der Pferdewissenschaften anbietet. Also selbst für zukünftige Pferdeflüsterer scheint Wien ein gutes Plätzchen Erde zu sein.
Was gibt es noch zu sagen? Wer erst einmal genug Wiener Luft geatmet hat, der kann in weniger als einer Stunde mit dem Auto nach Bratislava fahren. Dort gibt es dann noch mehr Kultur Kultur Kultur.
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| Wiener Parlament |
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| Prater |
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| Hundertwasserhaus |



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